Süddeutsche Zeitung
Aus lizenzrechtlichen Gründen nachfolgend nur ein
Auszug aus Wolfratshauser SZ Montag 27. März 2006
Eltern wehren sich vehement gegen Kombi-Klassen
Interessensgemeinschaft stößt auf regen Zuspruch /
CSU-Kreisvorstand will sich des Themas annehmen und vermitteln
Landkreis - Auf große Resonanz ist die erste
Informationsveranstaltung der Interessengemeinschaft (IG) „Mehr Lehrer“
gestoßen. Etwa 160 Zuhörer aus dem gesamten Landkreis wollten bei einem
kürzlich abgehaltenen Treffen in Arzbach wissen, welche Ziele die neu
gegründete IG vertritt.
Die IG, die mit ganzem Namen „Interessengemeinschaft für
mehr Lehrer und gegen jahrgangskombinierte Klassen“ heißt, setzt sich gegen die
Pläne des Kultusministeriums zur Wehr, zwei Jahrgänge in Landgemeinden
eventuell in einer Klasse zusammenzufassen.
„Wir haben die Nachteile die der jahrgangskombinierten
Klassen erläutert“, berichtete IG-Vorsitzender Albert Orterer. Auf Nachfrage
habe das Kultusministerium bestätigt, dass bei Modellversuchen die Zahl der
Schüler, die sitzen blieben, deutlich höher war als die derjenigen, die eine
Klasse überspringen konnten.
Wie Orterer berichtete, will die IG auch den Lehrerverband
BLLV für seine Initiative gewinnen, ebenso weitere Mitstreiter aus den Reihen
der Eltern. „Wir hoffen, dass aus der kleinen Flamme ein Flächenbrand wird“,
sagte Orterer.
Jahrgangskombinierte Klassen treffen zunächst kleinere
Schulen. Im Gespräch sind Wackersberg, Gaißach und
Königsdorf, auch Ickinger und Münsinger befürchten, dass Grundschüler in den
kommenden Jahren kombinierte Klassen besuchen müssen. Gaißach
und Wackersberg denken laut Orterer daran, eventuell gegenseitig Schüler zu
vermitteln.
Mit der Frage der jahrgangsgemischten Klassen hat sich am
Samstag auch der CSU Kreisvorstand beschäftigt. Wie Vorstandsmitglied Heiko
Arndt gestern auf Anfrage sagte, habe man sich zu dem Problem noch keine
abschließende Meinung gebildet. Man müsse die jahrgangsgemischten Klas- sen differenziert betrachten. Arndt selbst hat mit
Leiterinnen oberbayerischer Schulen gesprochen, die schon Erfahrungen mit
dieser Form des Unterrichtens haben. Diese hätten ihm berichtet, dass sie
lieber kleinere jahrgangsgemischte als große jahrgangsreine Klassen hätten.
Die CSU wolle nun „dem Ding die Spitze nehmen“ und
versuchen, Brücken zu bauen. „Momentan ist es so, dass die Eltern der CSU und
dem Kultusministerium nichts mehr glauben.“ Arndt kann den Ärger der Eltern
verstehen, sagt aber auch: „Jahrgangsgemischte Klassen könnten eine Chance
sein.“
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