Aus lizenzrechtlichen Gründen nachfolgend nur ein Auszug aus dem Pressebericht der Wolfratshauser SZ:

 

Kultusminister verteidigt Kombi Klassen

Sigfried Schneider erntet in Gaißach Ablehnung bei Eltern und Lehrern- Schulamt soll entscheiden

 

Die Vielzahl der Reformen im Bildungsbereich verärgert Eltern und Lehrer. Der bayrische KM Siegfried Schneider hatte daher kein leichtes Spiel, als er sich Freitagabend etwa 150 Zuhörern stellte. Schneiders Fazit: Erstens hat der Staat zu wenig Geld, um alles Wünschenswerte, vor allem mehr Lehrer zu bezahlen; zweitens zeichnet das staatliche Schulamt verantwortlich dafür, dass in den Schulen im LK alles bestens funktioniert. Er selbst, so der Minister, habe seine Arbeit getan.

 

Obschon er die Bildungspolitik für die Sozialpolitik des 21. Jahrhunderts hält, dürfe man die Finanzen nicht vergessen, sagt Schneider, der auf Einladung der Kreis- CSU ins Gasthaus Jägerwirt gekommen war. Diese sähen nicht rosig aus, da die Steuerkraft in den vergangenen Jahren zurückgegangen sei- wo es kein Geld gibt, könne es auch nicht ausgegeben werden. Was einige Anwesende zu Zwischenrufen veranlasste, dass sie sehr wohl ihre Steuern zahlen würden, und dass Sparmaßnahmen auf Kosten der Kinder falsch seien.

Der KM eilte in seiner Rede vom achtstufigen Gymnasium über die sechsstufige RS zur Schleißung der Teilhauptschulen und der Einführung der Kombi- Klassen – alle diese Neuerungen hätten Vorteile gebracht, um Bayerns Schüler im Wettbewerb auf Spitzenränge zu hieven.

Am meisten bewegte die Eltern die geplante Bildung von Kombi Klassen, was Schneider nicht verstehen konnte. An den Schulen, an denen es schon jahrgangskombinierte Klassen gebe, seien fast keine Klagen zu hören. Er selbst habe vor sechs Jahren den Antrag im Landtag gestellt, einen Modellversuch mit Kombiklassen zu starten und diesen wissenschaftlich zu begleiten. Das Ergebnis sei eindeutig:“ Wenn es nichts bringen würde, dürfte ich sie gar nicht zulassen“, betonte Schneider. Er verneinte die Behauptung einiger Eltern, dass es bei diesem Projekt nur um die Einsparung von Lehrkräften gehe, gab allerdings zu, dass diese Einsparung eine gute Sache sei. Denn das Schulamt könne die frei werdende Kraft dort einsetzen, wo Not am Mann sei. Überhaupt:“ Das Schulamt muss entscheiden, ob die Einführung von Kombi- Klassen sinnvoll ist.“

Ebenfalls auf wenig Gegenliebe stieß Schneider mit seiner Äußerung, das dort Kombi- Klassen willkommen geheißen würden , wo Schulen geschlossen werden müsste. „ Das ist kein Wunder. Das ist das kleinere Übel“,  erwiderte Albert Orterer, Vors. der Interessengemeinschaft „Für mehr Lehrer an Bayerns Volksschulen und gegen jahrgangskombinierten Klassen“.

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Kommentar

 

Fader Beigeschmack

 

Kultusminister Schneider ist unbenommen ein beschäftigter Mann. Landauf, landab muss er neben seinen Amtsgeschäften auch noch Eltern angesichts der reform- freudigen bayerischen Bildungspolitik beschwichtigen. Dennoch ist der Ärger der Landkreisbürger zu verstehen: Am Freitagabend blieb ein fader Beigeschmack zurück als Schneider auf die Uhr tippte und die Veranstaltung trotz vieler unbeantworteter Wortmeldungen beendet wurde. Hilfreich wäre es gewesen, wenn er die Zahlen für den Landkreis parat gehabt  und zum Beispiel die Klassenstärken nach der Bildung von Kombiklassen gewusst und nicht geraten hätte. Aber dafür, das  haben die Anwesenden gelernt, ist das Schulamt zuständig. Überhaupt trägt es die Verantwortung, wenn’s nicht klappt mit der Lehrerversorgung. Diesen Eindruck vermittelt Schneider. Dass das Schulamt  Anweisungen aus seinem Ministerium Folge leisten muss, nur über Mobile Reserven und Förderlehrer verfügt, die ihm von höchster Stelle zugewiesen werden, vergaß Schneider zu erwähnen. Alles in allem wusste der Kultusminister wenig Konkretes auf die Probleme und Sorgen der Eltern und Lehrer zu sagen. Allein gelassen mit dem Zorn der Eltern ist das Schulamt – und die Parteigenossen Schneiders im Landkreis.

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Alexandra Vecchiato