Tölzer Kurier, Donnerstag, 16.03.06 Seite Isarwinkel
von Veronika Wenzel
Kombi-Klassen:
Notfalls geht es vor Gericht
Eltern-Initiative
macht mobil
Gaißach/Wackersberg
- Die Eltern mach mobil: Mit einem Antrag ans Schulamt und notfalls auch mit
rechtlichen Mitteln will die neue Interessengemeinschaft (wir berichteten) die
geplante Zusammenlegung von zwei Jahrgangsstufen zu jahrgangskombinierten Klassen
an den Schulen in Gaißach, Wackersberg und Königsdorf
verhindern. Allerdings hat sich die Initiative von mehr vorgenommen: Sie will
für mehr Lehrer kämpfen.
Schon
jetzt seien Klassen oft zu groß.
"Es gibt Eltern, die sich an uns wenden, weil ihr Kind in eine erste
Klasse mit 30 Schülern kommen soll", berichtet Martina Probst, Zweite
Vorsitzende der Initiative. Die großen Klassen an den einen Schulen und die
geplante Zusammenlegung der Jahrgänge an anderen Schulen hätten dieselbe
Ursache: "Es gibt zu wenig Lehrer". Um dagegen vorzugehen, will die
Initiative laut dem Vorsitzenden Albert Orterer "überregional möglichst
viele Verbündete finden, um mehr zu bewirken". Um den Willen zu
dokumentieren hat sich die Gruppe bereits umbenannt in "Initiative für
mehr Lehrer in Bayern und gegen jahrgangskombinierte Klassen". Um Letztere
wird es am Dienstag bei einer Infoveranstaltung gehen. "Wir wollen die
Stimmung bei den Eltern ausloten", sagt Probst. Allerdings habe sie schon
von vielen gehört, "dass sie ihr Kind auf keinen Fall in eine solche
Klasse gehen lassen".
Auch rechtliche Schritte schließt die Initiative nicht aus. Mitglied Michael Pointner, Anwalt und Vater eines Erstklässlers, hat laut
Probst bereits einen Antrag ans Schulamt gestellt, der sich gegen die
Kombi-Klassen richtet. "Wenn dieser abgelehnt wird, haben wir die
Möglichkeit, im verwaltungsrechtlichen Eilverfahren den Erlass einer
einstweiligen Anordnung zu beantragen", sagt Pointner:
Gelingt dies, dürften die Klassen nicht eingeführt werden, verdeutlicht Probst.
Ihr ist es wichtig zu betonen, dass man die Zusammenlegung "nicht einfach
so" ablehne. Die Initiative habe sich mit Eltern und Lehrern unterhalten
und Erfahrungen von Schulen eingeholt, die derartige Modelle verwirklicht
haben. Probst: "Wir sind aber zu dem Ergebnis gekommen, dass es zum
Nachteil der Kinder wäre."