Tölzer
Kurier, 30.03.06 Seite Isarwinkel:
Eltern
reichen Petition im Landtag ein
„Kombi-Klassen
ungesetzlich“
Wackersberg/Gaißach – Eine Initiative der Eltern will
jahrgangsgemischte Klassen in Wackersberg und Gaißach
auf jeden Fall verhindern. Der Elternbeirat der Grundschule Wackersberg hat nun
eine Petition im Landtag eingereicht. „Wir wollen damit eine Öffentlichkeit
herstellen und die Regierung zwingen, Farbe zu bekennen“, sagt Josef
Singhammer, der Vorsitzende des Elternbeirats.
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von stefanie
reiffert
„Die Einführung von
jahrgangsübergreifenden Grundschulklassen über die bereits bestehenden hinaus
ist dauerhaft zu unterlassen“, lautet die Petition. Als Begründung hierfür
schreibt Singhammer: „Die beabsichtigte Zusammenlegung der Jahrgangsstufen 1
und 2 ist rechtswidrig und verstößt gegen Artikel 32, Absatz 2, BayEUG (Bayerisches Erziehungs- und Unterrichtsgesetz).“
Dieser besagt: „Die Volksschulen sind so zu errichten, dass die Schüler
grundsätzlich auf Jahrgangsklassen verteilt sind. Nur bei besonderen örtlichen
Gegebenheiten können an den Grundschulen ausnahmsweise zwei Jahrgangsstufen in
einer Klasse zusammengefasst werden.“ Eine Ausnahme, die etwa bei der
Jachenauer Grundschule greift.
Der Rechtsanwalt Michael Pointner hatte beim Informationsabend der Elterninitiative
„Für mehr Lehrer an Bayerns Volksschulen und gegen jahrgangskombinierte
Klassen“ ebenfalls auf diesen Artikel hingewiesen und erklärt: „Es ist objektiv
rechtswidrig.“ Dass eine Gesetzesänderung wie im Falle des Büchergelds möglich
ist, ist den Eltern bewusst. Es gehe daher mehr darum, auf die rechtliche
Situation aufmerksam zu machen, so Singhammer.
Verfasst hat er die Petition
in enger Zusammenarbeit mit der Elterninitiative. Allerdings haben er und die
anderen Elternbeiräte zunächst die Voraussetzung für eine Petition erfüllt: ein
abgelehnter Antrag. „Wir waren im vergangenen Jahr beim Ministerpräsidenten und
haben ihm ein Schreiben überreicht“, erklärt Singhammer. Darin sprachen sich
die Eltern gegen die jahrgangskombinierten Klassen aus und legten außerdem 550
Unterschriften bei. In der Antwort, die wie das Schreiben der Petition
beiliegt, heißt es unter anderem: „Das Bayerische Erziehungs- und
Unterrichtsgesetz sieht in der Grundschule ausdrücklich die Möglichkeit von
jahrgangskombinierten Klassen vor.“ Auch Ute Stenzel aus Icking hat Erfahrung
mit einer Absage von Stoiber: „Als wir bei ihm waren, hat er gesagt, nächstes
Jahr ist es beschlossene Sache.“ Inzwischen liegt eine Eingangsbestätigung vor,
die Petition hat nun ein Aktenzeichen.
Eltern haben die
Möglichkeit, auf der Interne-Seite der
Elterninitiative Anträge herunterzuladen, die ans
Schulamt adressiert sind. Auch sie argumentieren mit dem Artikel 32.
@ Weitere Informationen
unter: www.mehr-lehrer.org