Donnerstag, 22.02.2007
Zu viele Schüler für zu wenig Lehrer
Bayernweite Aktion gestartet
Wackersberg – „Erbärmliche Zustände
an vielen Schulen im Freistaat“ beklagt die Elterninitiative um den Wackersberger Albert Orterer. Angeprangert werden
Unterrichtsausfälle, zu große oder jahrgangskombinierte
Klassen, um Lehrkräfte einzusparen. Die Initiative hat nun eine landesweite
Unterschriftenaktion für mehr Lehrer angestoßen.
von veronika wenzel
Bis Ende April soll die Aktion „Mehr Lehrer für Bayerns Schulen“
laufen. Dann sollen die Unterschriften an Ministerpräsident Edmund Stoiber
übergeben werden. Es ist nicht die erste Aktion der Elterninitiative: Zuletzt
setzten sich Orterer und seine Mitstreiter gegen jahrgangskombinierte
Schulklassen ein – zumindest in Wackersberg mit
Erfolg.
Im Anschreiben zu der Unterschriftenaktion wird harsche Kritik am
System geübt. „Man möchte meinen, durch den Rückgang der Schülerzahlen aufgrund
des allgemeinen Geburtenrückgangs müsste es besser werden. Dem ist aber nicht
so. Im Gegenteil: Es wird noch schlimmer.“ Verantwortlich sei das
Kultusministerium, das im gleichen Maße Lehrerstellen abbaue. An vielen Schulen
reichten die Pädagogen nicht mehr aus, um Klassen in vernünftigen Stärken zu
bilden. „Von Jahr zu Jahr erhöht sich die Anzahl der Klassen mit 30 oder mehr
Kindern“, so Orterer.
Dazu kommen Klagen der Lehrer über verhaltensauffällige Kinder.
Außerdem steige der Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund
und fehlenden Deutschkenntnissen. „Auch aus diesen Gründen ist es erforderlich,
die Klassenstärken auf 25 Kinder zu begrenzen.“ In Österreich werde man das zum
neuen Schuljahr tun. „Und was in Österreich funktioniert, sollte hierzulande
auch möglich sein.“
Orterer beklagt zudem, dass zu wenige Mobile Reserven zur
Verfügung stehen. „Jedes Jahr kommt es dadurch zu vielen Unterrichtsausfälle
und Klassenzusammenlegungen. Oder die Kinder werden einfach nur beaufsichtigt
und irgendwie beschäftigt“, klagt Orterer.
Die „massiven Sparmaßnahmen“ wolle man nicht länger hinnehmen.
„Wir müssen unseren Politikern zeigen, dass uns die Bildung unserer Kinder
wichtig ist, und dass dafür genügend Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt
werden müssen.“ Die versprochene Bildungsoffensive dürfe nicht nur aus leeren
Worten und einzelnen Vorzeigeprojekten bestehen. Die Lösung des
Klassenstärkenproblems sei einfach: Stoppe man den Abbau der Stellen, sei das
Problem gelöst.
@ Infos im Internet unter www.mehr-lehrer.org